Geschichte Myanmars
Vermutlich wanderte seit dem 3. Jh. v. Chr. der Volksstamm der Mon aus Ostindien ins heutige Myanmar ein. Zurückzuführen auf die Missionierungen vom indischen Kaisers Ashoka gingen die
Mon zum Theravada-Buddhismus über. Nach Gautamas Tod Buddha Erleuchtete Aufspaltung in 2 Schulden, Theravada (Doktrin Ältere) Mahayana Großes Fahrzeugaua
Im 6. Jh. erreichten die Pyu die Kyaukse-Ebene und den Irrawaddy. Ihre Heimat war das tibetische Hochland
, wo sie von Chinesen vertrieben wurden. Ihr Mitbringsel aus China waren die Kunst des Reisanbaus, die Verwendung von Wasserbüffeln, Pferdezucht und die Kriegskunst. In Nord-Burma entstanden
Handelsstraßen, die von Karawanen nach Indien und China genutzt wurden.
Durch die Verbindung zu Assam wurde ein religiöses Gemisch aus Theravada, Mahajana Buddhismus mit
hinduistischen Elemente, tantrischem Ari-Kult mit Naga-Götter, Buddha und dessen Shaktis (weibliche Komponenten) verehrt. Eine weitere buddhistische Welle erlebte das Land durch singhalesische
Gesandtschaften aus Ceylon.
Im 8./9. Jh. wanderten die ursprünglich animistischen Bamar (Burmesen) vom Norden her ein. Bald gingen
auch diese zu einer Mischung zwischen Mahayana-Buddhismus und Tantrismus über. 849 wurde Bagan am
Ufer des Ayevarwady gegründet. Immer wieder kam es zu Auseinandersetzungen mit der Vorherrschaft der Mons
. Als sich der Mon-König Manuha weigerte, seine Tripitaka (heiliger Kanon des Theravada-Buddhismus) an die Bamar zu übergeben, eroberte der siegreiche Bamar-König Anawrahta 1047 die Stadt Thaton, brachte
die buddhistischen Schriften zurück, brandschatze und plünderte die Stadt und verschleppte die Königsfamilie samt Bevölkerung nach Bagan. Das südliche Monreich Thaton war damit von den Burmesen unterworfen.
Der hohe kulturelle Stand der Mon beeinflusste die Bamar und ermunderte sie zu einer explosionsartiger
Schaffenskraft. Das sogenannte „Goldene Zeitalter“ Burmas begann. Bagan wurde erste Hauptstadt des
burmesischen Königreichs und wuchs in kürzester Zeit zu einer Stadt mit den großartigsten Tempelanlagen des Landes. Die gepriesene burmesische Kultur ist jedoch wohlbemerkt eine Mischung aus den Kulturen der
Mon und Bamar.
Im 11. Jh. beschloss König Anawratha, sein Reich von allen Nebenelementen des Theravada- Buddhismus, zu
reinigen. Mon-Mönche aus dem einstigen Thaton verfolgten übereifrig diese Aufgabe; viele Bürger kamen dabei ums Leben.
Als 1077 König Anawrahta von einem Wasserbüffel getötet wurde, gab es keinen würdigen Nachfolger.
Bagans Machtverfall begann. König Kyanzittha (1084 – 1113) versuchte zwar die Völker des Landes wieder
zu vereinen. Die sppäteren Könige Alaungsithu und Htilominlo ließen nur wundervolle Schreine errichten. Bagans Verfall ging zusätzlich verloren mit der wachsenden Macht Kublai Khans in Nordasien. Als dessen
Horden 1287 vorrückten, war Bagan dem Ansturm nicht gewachsen. Unterdessen besetzten die Shan
-Stämme aus Siam Teile des Tieflandes. Es folgten 250 Jahre voller Wirren im Königreich Barmar und bei den Mons. Überall brachen immer wieder Kämpfe aus. In Oberburma herrschten die Shan. 1364 hatten Sie das Königreich Inwa (brit. Fälschlich Awa) gegründet (nähe Mandalay). An der Westküste ließen sich die Rakhaing nieder.
15. Jh. gab es erste diplomatische Kontakte mit Europäern. 1550 übernahm König Bayinnaung den Thron
und konnte Myanmar kurzeitig wieder vereinen. Im 18. Jh. setzte sich der schlimme Zerfall zwischen den Mon und dem Tiefland fort. 1752 nahmen die Mon Inwa ein. König Alaungpaya in Shwebo zog die Macht an
sich. Sein Sohn Hsinbyushin unterwarf Ayutthaya; die Siams verlegten darauf hin ihr Regierungszentrum ins heutige Bangkok. Alaungpayas anderer Sohn Bodawpaya brachte 1782 Rakhaing (Arakan), die östliche
Küstenregion am Golf von Bengalen, wieder unter bamarische Kontrolle. Diese Aktion endete schließlich mit dem ersten anglo-burmesischen Konflikt.
Rakhaing war schon immer eine unruhige Grenzregion zwischen Burma und Indien mit einem Gemisch aus
indischen Rassen, die nun nach Britisch-Indien flüchteten. Ihre Pläne einer erneuten Machtübernahme beantworteten die Burmesen mit einem Angriff auf das Territorium des British Raj im heutigem Assam. Es
folgte die Kriegserklärung der Briten. Im Vertrag von Yadanabon erhielt British Raj die Kontrolle über Rakhaing und Tanintharyi; Burma wurde zur Zahlung beträchtllicher Reparationsleistungen in Silber
verpflichtet und mußte einen britischen Residenten in Inwas akzeptieren. Neue Grenzkonflikte folgten.
Die Briten nutzten einen angeblichen Erpressungsfall in Yangon, um erneute Freindseligkeiten zu schüren, die
schließlich im 2. anglo-burmesischen Krieg endeten. Die Eroberung des lukrativen Hafens von Yangon realisierte sich bald, es folgten Mottama und Pathein. Die Briten marschierten weiter nach Norden und
verleibten Niederburma zur Provinz Indiens ein.
Der unbeliebte König Bagan Min wurde abgesetzt, Mindon Min wurde 1853 neuer König von Burma. Als
weiser Realist pflegte er die Beziehungen zu Großbritannien auf freundschaftlicher Flamme. Als in Europa die industrielle Revolution begann, gerieten die riesigen Teakholzflächen und Reisanbaumöglichkeiten
Niederburmas als Teil des Britischen Weltreiches in Vordergrund.
Als Mindon 1878 starb, gab es Massaker unter den möglichen Nachfolgern und Thibaw Min, der eigentlich auf
der Liste der Thronfolger ganz unten stand, wurde aufgrund seiner machtbesessenen und grausamen Frau und seiner intigrierenden Schwiegermutter neuer König. Thibaw erwies sich als vollkommen unfähig,
Oberburma bestand aus gewaffnete Banden, rücksichtlosen Beamten und einer unglückseligen Landbevölkerung. Viele flüchteten in das stabile britische Niederburma, wo durch den florierenden Reishandel
immer mehr Arbeitskräftepotential benötigt wurde.
1885 loderte ein neuer anglo-burmeischer Konflikt auf. Die Engländer nahmen eine unbedeutende Streiterei
über die Bombay Burmah Trading Company zum Anlass, schickten Kanonenboote nach Oberburma und nahmen Mandalay ohne Widerstand ein. Nun folgten gnadenlosen Militärkampagnen gegen Opposiitionisten,
viele unschuldige Bürger kamen dabei um Leben.
Mit den Briten strömten zahllose Inder ins Land, auf die die Burmesen traditionell ehrer mit Verachtung
herabgeschaut hatten. Die Inder kauften das sumpfige Ayeyarwady-Delta und wandelten es in Reisfelder um.
Yangon bestand in den 30er Jahren zur Hälfte aus Indern. Der britische Einfluß lag nur über Gebieten mit
überwiegender Bamar-Bevölkerung; die unzugänglichen Bergstaaten der Chin, Kachin, Shan, Kayin und Kayah blieben weitgehend autonom.
1920 bis 1930 gab es erste Ansprüche der Selbstverwaltung gegenüber den Briten, doch im Land tobten
interne Kämpfe zwischen Bauern, Volksgruppen, gefolgt von Ausscheitungen gegen Inder und Chinesen.
Noch bevor Japan in den 2. Weltkrieg eingriff, bestanden gefesttigte japanisch-burmesische Kontakte.
Bogyoke Aung San, später Vaterfigur des unabhängiges Burma, hatte um politische Zuflucht in Japan ersucht
. Nach Pearl Habours marschierte Japan in Myanmar ein und vertrieb bis Mitte 1942 die britisch-indischen Streitkräfte und die zu Hilfe geeilten Truppen der chinesischen Kuomintang von burmesischen Boden.
Japan erklärte Burma zu einem unabhängigen Staat. Aung Sang und seine „30 Kameraden“ gründeten die
Nationale Armee Burmas. Zu den 30 Kameraden gehörte auchNe Win (strahlend wie die Sonne), er wurde Oberbefehlshaber der Nationalen Armee Burmas.
Raue und arrogante Verhaltensweisen der Japaner schürten die anti-japanische Stimmung im Land, die
Widerstandsarmee schlug sich auf Seite der Briten. 1947 unterzeichnete der britische Premierminister Attlee und General Aung San Abkommen, welches 1948 die Unabhängigkeit Burma herbeiführt. Die Folgejahre
waren überschattet von innerburmesischen Auseinandersetzungen.
1962 ging Ne Win zum Sozialismus mit Verstaatlichungen über, viele Inder und Chinesen wurden des Landes vertrieben.
1989 änderte Burma - in Anlehnung an den burmesischen Sprachgebrauch - seine offzielle
Landesbezeichnung in „Union of Myanmar“, de facto bereits die Landesbezeichnung im 12. Jh. zur Zeit von
Marco Polo. Dieser unparteiische Name honoriert die vielen und unterschiedlichen Volksgruppen im Staat. Ferner gingen Änderungen von Städte- und Flußbezeichnung einher.
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